Ausstellung

Finissage zur Sonderausstellung: Hermann Brill (1895-1959)

Wann:
Sonntag, 04.07.2021
14.00 Uhr
Veranstalter:

Förderverein Gothaer Tivoli e. V.

Wo:
Tivoli Gedenkstätte
Am Tivoli 3
99867 Gotha

Zur Finissage am Sonntag, 4. Juli, um 14 Uhr mit Sonderführung mit dem Historiker Matthias Wenzel laden ein: Bildung vereint e.V. in Zusammenarbeit mit: Arbeit und Leben Thüringen, Förderverein Gothaer Tivoli e.V., KommPottPora e.V., Landesbüro Thüringen der Friedrich-Ebert-Stiftung, Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Gotha, Verein für Stadtgeschichte Gotha e.V., Weimarer Republik e.V.

Um eine telefonische Voranmeldung unter (03621) 704127 wird gebeten.

Öffnungszeiten der Sonderausstellung: Dienstag – Donnerstag von 10 bis 16 Uhr oder nach Vereinbarung

Hermann Brill gehörte zu den bedeutendsten Politikern Thüringens. Konsequent trat er für Menschenrechte,Demokratie und humanistische Bildung ein. Brill wurde 1895 in Gräfenroda/

Thür. geboren und lebte in fünfStaatssystemen:dem Deutschen Kaiserreich, der Weimarer Republik, der NS-Diktatur, der Nachkriegszeit inThüringen und in der jungen Demokratie der frühen Bundesrepublik. Stationen: als Freiwilliger in den 1. Weltkrieg,innerer Wandel, Novemberrevolution1918, Kapp-Putsch in Gotha1920, Verfechter der Republik, ThüringerLandtag, gegen Ulbricht und die Revolution von links 1923, „Mein Entschluss, gegen Hitler zu kämpfen“,im antifaschistischen Widerstand, inhaftiert im Zuchthaus und im KZ Buchenwald, Mitverfasser des BuchenwalderManifests, 1. Regierungspräsident Thüringens, Verfassungskonvent in Herrenchiemsee und einer der Väter des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland.

Die Sonderausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung, Landesbüro Thüringen, anlässlich des 125. Geburtstages von Hermann Brill kann kostenfrei besichtigt werden.

Tivoli Gotha: Ein Ort der Weltgeschichte

Im Mai 1875 fand der Vereinigungskongress zwischen dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV, „Lassalleaner“) und der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP, „Eisenacher“) zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands statt. Nach dem Ende des „Sozialistengesetzes“ 1890 lautete der neue Parteiname „Sozialdemokratische Partei Deutschlands“ (SPD). Weitere weltgeschichtliche Bedeutung erlangte das Tivoli durch die „Kritik am Gothaer Programm“ von Karl Marx. Zudem fand im Anschluss an den Vereinigungskongress von 1875 eine Allgemeine Gewerkschafts-Konferenz statt, auf der beschlossen wurde, bestehende Lokalvereine zu Zentralverbänden zusammenzufassen. Als Folge der revolutionären Umbrüche wurde am 14.11.1918 in Gotha und damit erstmals in Deutschland der Achtstundentag per Gesetz eingeführt. 1990 fand im Beisein von Willy Brandt die Wiedergründung des Landesverbandes der SPD Thüringen statt. 1992 wurde der Förderverein Gothaer Tivoli e.V. zum Erhalt und zur Betreibung des Hauses gegründet. Seit 2008 wird jährlich der „Wilhelm-Bock-Preis“, gestiftet vom Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch, für sozialdemokratisches Engagement in Ost- und Mitteleuropa verliehen. Das Tivoli ist Teil der „Thüringer Straße für Menschenrechte und Demokratie“, Gedenk- und Begegnungsstätte.