Eine illustre Verwandtschaft

Adelsgeschichte

Was haben Königin Elisabeth II. von Großbritannien, Fürst Albert II. von Monaco und König Carl XVI. Gustaf von Schweden gemeinsam? Ihren Gothaer Ahnherren, Herzog Ernst den Frommen! Man kann also sagen, dass sie alle aus Gotha stammen.

Die Liste von Ernsts royalen Sprösslingen kann beinahe beliebig fortgeführt werden – studiert man die Stammbäume des europäischen Hochadels, kommt man am Erbauer von Schloss Friedenstein, der die Geschichte Gothas bestimmt hat wie kein anderer, nicht vorbei. Kein Wunder, überlebten ihn doch 9 der 18 (!) Kinder, die er mit seiner Gemahlin Elisabeth Sophie hatte. Weil seine Nachkommen sich in vielen europäischen Königshäusern finden, wird er auch liebevoll „Der Opa von Europa“ genannt. Ernst der Fromme hat nicht nur für zahlreiche Stammhalter gesorgt, sondern baute in seinem Herzogtum Sachsen-Gotha ein für damalige Verhältnisse extrem fortschrittliches Staatswesen auf, das in ganz Europa Anerkennung fand – er ist also ein Vorfahr, auf den man nicht nur als Blaublüter stolz sein kann.

Im 18. Jahrhundert hatten die dynastischen Beziehungen zwischen der herzoglichen Familie und gekrönten Häuptern auf dem ganzen Kontinent natürlich noch etwas mehr Brisanz als heute. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass das Standardwerk für aristokratische Standes- und Familienverhältnisse aus der Residenzstadt Ernst des Frommen kommt und in aller Welt bis 1944 als „Der Gotha“ bzw. in seiner französischen Variante als „Almanach de Gotha“ bekannt war. Gotha und die Welt des Adels gehören also untrennbar zusammen. Noch heute dominiert die Residenz das Erscheinungsbild und das kulturelle Leben der Stadt.