Ausstellung

Eine göttliche Kunst. Medizin und Krankheit in der Frühen Neuzeit

Ausstellungseröffnung
Wann:
Samstag, 13.04.2019
14.00 Uhr
Preis:
frei
Veranstalter:

Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt
Telefon: 0361-7375558

Wo:
Schloss Friedenstein - Spiegelsaal
Schlossplatz 1
99867 Gotha
Link:
blog-fbg.uni-erfurt.de

Die Faszination für den menschlichen Körper ist ungebrochen. Wie sieht der Mensch „innen“ aus? Wie funktionieren Glieder und Organe? Über welche Möglichkeiten verfügt die Medizin, Krankheiten zu heilen? Welche Hygiene- und Gesundheitsmaßnahmen setzt der Staat um, um ansteckende Krankheiten (wie z.B. Seuchen) zu bekämpfen? Dass diese Fragen nicht neu sind, sondern seit Jahrhunderten immer wieder gestellt, jedoch unter veränderten Bedingungen anders beantwortet werden, belegt ein Blick zurück in die Medizingeschichte.

Die Gothaer Ausstellung bietet einen Einblick in die Medizin der Frühen Neuzeit (16. bis 18. Jahrhundert), die von einer besonderen Dynamik gekennzeichnet war: Die empirische Beobachtung trat neben die überkommenen Buchautoritäten; das Wissen um Gesundheit und Krankheit veränderte sich; die Anatomie des menschlichen Körpers wurde eingehend erforscht und in spektakulären Bildern dargestellt; das ärztliche Interesse an Heilpflanzen zog den Aufstieg der modernen Botanik nach sich und führte zur Entdeckung zahlreicher neuer Pflanzen und ihrer Wirkungen; chemische, im Labor hergestellte Arzneimittel hielten Einzug in die heilkundliche Praxis; der Buchdruck ermöglichte die rasche Verbreitung neuer Erkenntnisse und praktisch orientierter Handreichungen, und die Obrigkeiten schufen neue Einrichtungen der öffentlichen Gesundheitspflege. Die gelehrten Mediziner und Stadtärzte sicherten zusammen mit den Apothekern, den handwerklich gebildeten Chirurgen, Badern, Barbieren, Hebammen, aber auch den zahlreichen Laienheilern die ärztliche Versorgung der Menschen.

Die Ausstellung wird die Medizin und ihre gelehrten Ärzte, die unterschiedlichen Formen der medizinischen Praxis mit ihren Behandlungsmöglichkeiten im Bereich der Inneren Medizin, Chirurgie und Geburtshilfe, ferner die in der damaligen Zeit immer wieder grassierenden Seuchen wie Lepra und Pest mit ihren verheerenden Folgen und schließlich die Bemühungen um eine verbesserte öffentliche Gesundheitspflege (Hospitäler, Heilbäder etc.) darstellen. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Gesundheitswesen in Thüringen, das mit der Universität in Jena über eine hervorragende medizinische Fakultät verfügte.

Die Ausstellung ist reich illustriert. Gezeigt werden anatomische Abbildungen des menschlichen Körpers, chirurgische Eingriffe, ein anatomisches Theater und Porträts von gelehrten Ärzten. Holz- und Elfenbeinmodelle, anatomische Präparate, ein Fetalskelett, chirurgische Instrumente, das Inventar einer historischen Apotheke, Amulette und Mumienarznei veranschaulichen das weite Feld der medizinischen Praxis. Die Ausstellung umfasst nicht nur die herausragenden Bestände der Forschungsbibliothek Gotha zur Medizin, sondern auch Leihgaben der Friedrich-Schiller-Universität Jena, des Instituts für Geschichte der Medizin der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, des Museums – Naturalienkabinett Waldenburg und der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha.

Die Ausstellung ist eine Kooperation der Forschungsbibliothek Gotha mit dem Institut für Geschichte der Medizin der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Kuratoren sind Dr. Sascha Salatowsky (Gotha) und Prof. Dr. Dr. Michael Stolberg (Würzburg).