Film

Die Kartenmacher aus Gotha (Joachim Jäger/Otto Schuurman, D/NL)

Dokumentation
Wann:
Montag, 30.09.2019
18.15 Uhr
Preis:
frei
Veranstalter:

Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt
Telefon: 0361-7375558

Forschungszentrum Gotha

Wo:
Schloss Friedenstein - Spiegelsaal
Schlossplatz 1
99867 Gotha
Link:
blog-fbg.uni-erfurt.de

„Die Kartenmacher aus Gotha“ erzählt die wechselvolle Geschichte des Verlages Justus Perthes Gotha. Dabei nimmt der Film Verleger, Mitarbeiter und Verlagsprodukte in den Blick, um Aufstieg und Wandel  eines der einflussreichsten, weltweit agierenden Kartenverlage des 19. und 20. Jahrhundert nachzuzeichnen. Anhand der im Verlag geschaffenen Karten visualisiert der Film einerseits die historischen Entwicklungen, die vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zum Ende des 20. Jahrhunderts die Geschichte des Verlags prägten. Andererseits erzählt er von der Entstehung der modernen Kartografie, von der Rolle der Kartografen und der Macht der Karten. In seiner Rahmenerzählung spannt er zudem einen Bogen von den 1950er- bis in die 1990er-Jahre, Jahrzehnte, die geprägt sind von Zwangsverstaatlichung, Planwirtschaft im VEB Hermann Haack Gotha, dem Aufbau  von „Justus Perthes‘ Geographische Verlagsanstalt  Darmstadt“, der Reprivatisierung und den damit verbundenen Hoffnungen, den Verlag über die Umbrüche der Wende 1990 zu retten und neu zu positionieren.

Das niederländisch-deutsche Filmemacher-Team Otto Schuurman und Joachim Jäger verflechtet diese Erzählstränge zu einem vielstimmigen Film. Über 25 Jahre hinweg haben sie das Schicksal des Verlages filmisch begleitet und Interviews mit den Beteiligten und Betroffenen geführt, darunter Stephan Justus Perthes – in 7. Generation direkter Nachfahre der Verleger-Familie Justus Perthes –, Verlagsmitarbeiter sowie Historiker und Bibliothekare, die heute in der Sammlung Perthes die Geschichte und Tradition des Verlages Justus Perthes bewahren. Ohne selbst das Wort zu ergreifen, lassen die Filmemacher Berichte und Bilder mit- und gegeneinander wirken und fügen damit den unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten ihre eigene Sicht auf das Geschehen hinzu.